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Cariñena (DO)

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Das Weinbaugebiet Cariñena rund um das etwa 50 Kilometer südwestlich von Saragossa gelegene Provinzstädchen Cariñena umfasst heute 15.000 Hektar Rebland in Produktion. Sie liegen zum größten Teil in der Ebene des Ebro, reichen aber an den Nordosthängen der Sierra de Algairen hinauf bis über 700 Meter ü.d.M. Die Römer bauten hier bereits Wein an und gaben den Rebgärten auf dem flachen Land im Schatten der Berge den Namen "cara plana" was im Spanischen dann „cara llana" (geliebte Ebene) und schliesslich Cariñena wurde. Die Region ist eines der traditionsreichsten Weinbaugebiete Spaniens. Bereits 1933 wurde eine garantierte Herkunftsbezeichnung geschaffen, nur sechs Jahre nach der Rioja und zwei Jahre vor dem Sherry! Dies zeigt sehr deutlich die frühere Bedeutung der Weine aus Cariñena in Spanien!
Als sich in den 70iger Jahren des 20. Jahrhunderts in der Rioja, in Kastilien, in Katalonien und in anderen spanischen Regionen ein neues Qualitätsbewußtsein durchzusetzen begann, verschlief man in Cariñena diese Entwicklung vollständig. Erst zwanzig Jahre später erwachte die Region wieder aus ihrem Dornröschenschlaf. Einige Genossenschaften engagierten namhafte Weinmacher, die sich um die Rebgärten kümmerten und die Vinifikationsmethoden modernisierten. Nach ein paar Jahren erschienen moderne Weine im Markt, die man noch kurz vorher kaum für möglich hielt. Gleichzeitig wuchsen Produktion und Export. Zwischen 1992 und 2000 versechsfachte sich die Menge an produziertem Wein.
Das neue Image der Region schwankt noch immer zwischen Qualität und Quantität. NiedrigeTraubenpreise, teilweise recht betagte Fässer und ein im europäischen Vergleich relativ geringer Lohn der Landarbeiter, macht es möglich, dass Weine in der Kategorie „Reserva" und „Gran Reserva", d.h. mit einem Mindestausbau zwischen drei und fünf Jahren, zu Spottpreisen in die Regale der Supermärkte kommen. Aber es gibt auch die andere Seite: Genossenschaften und einige Privatunternehmen, die sich auf die Suche nach optimaler Qualität begeben haben. Daß dies so schnell möglich wurde liegt nicht nur an den beinahe idealen Voraussetzungen des Landes für den Rebbau, sondern auch an dem großen Bestand alter Rebstöcke, insbesondere der Garnacha-Traube. Das kontinentale Klima mit Temperaturschwankungen von fast 40 Grad zwischen Sommer und Winter, 2.800 Stunden Sonnenschein und nur 350 bis 400 mm Niederschlag im Jahr sowie der „cierzo", ein kühler Nordwind, erschweren die Entstehung und Ausbreitung von Rebkrankheiten und setzen die Reben so unter Stress, daß Eleganz und Komplexität im späteren Wein möglich werden. Die Lese beginnt üblicherweise Mitte September und dauert knapp einen Monat. Neben Wein werden in der Region vorwiegend Getreide, Mandeln und Oliven angebaut. Zusammen mit den kalkhaltigen Lehmböden ergibt das Klima und die spezifische Geographie die Duft- und Geschmacksnoten eines „terroirs" von ganz besonderem Charakter. Man findet es in vielen guten Weinen: Beerenfrucht, gepaart mit mineralischen Tönen, feingliedrige Struktur und trotzdem oft erstaunliche Tiefe sind seine Hauptmerkmale. Die körper- und extraktstoffreichen Weine sind prädestiniert für den Barriqueausbau.
Die rote Garnacha stellt ca. 40 % des Gesamtbestandes an Reben in der D. 0. Da ein hoher Anteil davon alte bis sehr alte sind, kann man mit einigem Recht behaupten, daß diese Sorte den wirklichen Reichtum der Region verkörpert. Die vom Priorat ausgehende Renaissance der Garnacha, die ja lange in eher zweifelhaften Ruf stand, hat Cariñena zu einem ganz neuen Potential verholfen. Extrem ertragsbegrenzte Garnacha-Stöcke geben farbintensive, fruchtige, herrlich weiche, körperreiche Weine.

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