 Das berühmteste Gemälde der Welt: Michelangelos Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle -Die Erschaffung Adams
Mich haben Mythen, die die Entstehung der Welt beschreiben, schon immer fasziniert. Jeder Kulturkreis auf unserer Erde hat offenbar seine eigene Schöpfungsgeschichte, die versucht den Ursprung der jeweiligen Gesellschaft, ihres Landes, des gesamten Planeten und des ihn umgebenden Universums zu beschreiben. In der germanischen Edda spielen Eis und Feuer bei der Geburt der Götter die überragende Rolle und aus diesen übernatürlichen Wesen entstand schließlich die Materie. In der chinesischen Mythologie war die Welt ein Ei aus dem die dunkle Erde (Yin) und der helle Himmel (Yang) entstanden. Die alten Ägypter glaubten an ein Urwasser, aus dem der Schöpfergott stammte, dessen Gedanken die Welt schließlich erschufen. Ich könnte noch viele andere Mythen aus anderen Ländern und Kontinenten aufzählen, würde aber dadurch keinen weiteren Erkenntnisgewinn erzielen, denn es liefe immer auf eine höhere Macht hinaus, durch deren Willen die Schöpfung in Gang gesetzt wurde.
…. bitte lesen Sie hier weiter: Die Erschaffung der Welt und der Musik
 Rhabarber Stängel (Foto Pixabay mit Dank an ulleo)
Ende April tauchen sie wieder in den Regalen der Obst- und Gemüsehändler auf, die langen, von Rot nach Grün changierenden Stangen namens Rhabarber und lassen die Herzen der Freunde süß-sauerer Spezialitäten höher schlagen, denn die Saison ist kurz: nach dem 24. Juni (dem Johannistag) wird traditionell kein Rhabarber mehr geerntet. Aufgrund seines Säuregehaltes wird der Rhabarber kulinarisch meist als Obst behandelt, obwohl er eigentlich eine Gemüseart ist. Seine Geschichte beginnt als asiatische Heilpflanze in den Tälern des Himalaya, wo man die getrockneten Wurzeln zur Therapie von Darmbeschwerden in der traditionellen Medizin noch heute benutzt. Li Shizhen, der Verfasser des „Bencao Gangmu“ (Kompendium der Heilkunde) im 16. Jahrhundert, lieferte detaillierte Beschreibungen zur richtigen Anwendung und Wirkung der Rhabarberwurzel.
…. bitte lesen Sie hier weiter: Genußreiche Barbarenwurzel

Alexander Scriabin (Foto: Wikipedia, gemeinfrei)In meinem Beitrag „Musik ist meine Religion“ – übrigens eine von vielen Musikliebhabern geteilte Erkenntnis – bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Musik Trost, Hoffnung und Ekstase bieten und somit über eine spirituelle Kraft verfügen kann, die Menschen emotional verbindet und glücklich macht. Bei meinem Stöbern in der neueren Musikgeschichte bin ich kürzlich auf Alexander Scriabins (1872 – 1915) Werk gestoßen. Dieser russische Komponist war in seinem späteren Leben sehr tief in der Theosophie verwurzelt. Musik war für ihn nicht nur eine Kunstform, sondern das Medium um höhere Bewusstseinszustände zu erreichen und damit beim Hörer eine Metamorphose zur Spiritualität in Gang zu setzen. In seiner Musik war er äußerst innovativ: Seine Rhythmik und seine Klangfarben waren unkonventionell und machten ihn gewissermaßen zu einem Vorreiter der späteren Moderne. Scriabin entwickelte einen spezifischen, sechs Töne umfassenden Akkord, den er den „Mystischen Akkord“ nannte. Er war überzeugt davon, dass sich in dieser Harmonie göttliche Kräfte verwirklicht hätten. Man findet ihn in so gut wie sämtlichen Werken seiner zweiten Schaffenshälfte.
 Heinrich Heine (Ausschnitt aus einem Gemälde von Moritz-Daniel Oppenheim – Kunsthalle Hamburg)
Seit meiner Jugend bin ich ein glühender Verehrer der Schriften Heinrich Heines (1797 – 1856). Seine fast alltägliche, einfache und, nach meinem Empfinden, sehr moderne Sprache hat mich immer wieder begeistert. Er redete von Deutschland- und seinen damaligen politischen und gesellschaftlichen Problemen zwar sehr kritisch und meist auch satirisch, aber nie destruktiv. Das unterscheidet ihn von den heutigen notorischen Miesmachern und Nörglern in unserem Land. Zugegeben, Heine hatte es da einfacher, denn er lebte einen Großteil seines Lebens als Emigrant in Paris und Deutschland war im Grunde nur seine „poetische Heimat“. Reisen nach Italien, England und die Niederlande ließen ihn zu einem überzeugten Europäer werden, der jeden chauvinistischen Nationalismus verabscheute. …. bitte lesen Sie hier weiter: Heinrich Heines Spanien
 Wilhelm Buschs „Lehrer Lämpel“ könnte auch ein Besserwisser-Chefarzt sein!
„Ich will kein Patient sein“, es ist kaum vorstellbar, dass nicht jeder von uns diesen Ausruf, in entsprechenden Situationen, von sich geben würde. Unabhängig von der Feststellung, dass man erst krank sein muss, bevor man Patient eines Arztes, einer Ärztin oder eines Ärzte-Teams wird, und man diesen Zustand niemals herbeiwünscht, ist jedes Verhältnis von Arzt zu Patient mit Problemen belastet. Auf der Patientenseite spielt das Gefühl der Abhängigkeit eine ganz zentrale Rolle. Die Verquickung von medizinischem Fachwissen des Arztes oder der Ärztin mit dem Bedürfnis nach Vertrauen und die Verletzlichkeit im Zustand der Krankheit, schafft eine Hierarchie, in der der Arzt die Oberhand hat. Der Patient muss sich dem Arzt unterordnen und ihn oder sie vorübergehend als Herr über seine physische Existenz anerkennen. Nur unter diesen Voraussetzungen ist ein Vertrauensverhältnis zum behandelnden Arzt aufbaubar, der seinerseits die Motivation des Kranken, bei der Therapie mitzumachen, dringend benötigt. …. bitte lesen Sie hier weiter: Ich will kein Patient sein!
|
Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
|