Goyas letzte Palette und die Herzogin von Alba

Goyas letzte Palette

Neben Vermeer, Tizian , Turner, Friedrich und Monet gehört Francisco de Goya y Lucientes zu meinen ganz großen Lieblingen unter den europäischen Malern. Kein Wunder also, dass es mich bei meinem letzten Besuch in Madrid auf die Calle Alcalá und dort in die Königliche Akademie der Schönen Künste von San Fernando (Real Academia de Bellas Artes de San Fernando) gezogen hatte. Goya war einst daselbst als königlicher Hofmaler stellvertretender Direktor für Malerei. In einem der unendlich vielen Säle entdeckte ich ein Kuriosum, welches mich völlig unvorbereitet emotional berührte: in einem ovalen Rahmen aus geschnitzten und vergoldeten Lorbeerblättern war Goyas letzte Palette zu sehen, sorgfältig von den Farbresten seines zuletzt gemalten Bildes gereinigt. Die Vorstellung, dass ein Daumen dieser begnadeten Künstlerhände durch das Loch auf dem flachen Holzstück vor mir gegriffen hatte und der Ballen auf dem darauf befestigten Metallstück ruhte, während der Maler in einem genialen Schaffensprozess seinen Pinsel über die Leinwand führte, brachte mich ein wenig aus der Fassung.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Goyas letzte Palette und die Herzogin von Alba

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Die Bedeutung des Geigers Joseph Joachim

Adolph von Menzel, Zeichnung von 1854 (gemeinfrei): Joseph Joachim und Clara Schumann

Das 19. Jahrhundert war die große Zeit der Instrumentalvirtuosen. Franz Liszt, Clara Schumann und Sergej Rachmaninoff stehen stellvertretend für eine größere Anzahl vom Pianisten, deren technisches Können die Musikwelt zum Staunen brachte. Auch auf der Geige gab es Virtuosen, die ihre Zuhörer in beinahe ekstatische Begeisterung versetzen konnten. Niccolo Paganini, Pablo de Sarasate und Henri Vieuxtemps seien beispielhaft genannt. Der einflussreichste unter all den großen Violinisten des Jahrhunderts war aber zweifelsohne Joseph Joachim (1831–1907), der aus dem burgenländischen Kittsee stammte und als Geige-spielendes Wunderkind bereits mit 7 Jahren seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte. Felix Mendelssohn Bartholdy holte den jungen Musiker nach Leipzig ans Gewandhaus, wo er seinen ersten großen Erfolg als Geiger mit Beethovens Violinkonzert feierte. Auch Mendelssohns 1844 fertiggestelltes Violinkonzert stand häufig auf dem Programm des Virtuosen.  Im Alter von 22 Jahren lernte er Clara und Robert Schumann und über diese dann den jungen Johannes Brahms kennen. Mit allen Dreien entwickelte sich eine tiefe Freundschaft, die auch künstlerische Früchte trug. Mit Robert Schumann dauerte sie leider nur sehr kurz, war aber dafür besonders intensiv. Schumann sprang in suizidaler Absicht am 27.Februar 1854 in den Rhein, wurde gerettet und verbrachte seine letzten Jahre in einer psychiatrischen Anstalt in Bonn-Endenich.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die Bedeutung des Geigers Joseph Joachim

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Die Kultur des Taschentuchs

Klassischer Gebrauch des Taschentuchs. (Foto: Pixabay, mit Dank an Peter Danbury)

An einem der ersten Sommertage bin ich, gleichsam als Begrüßung der neuen Jahreszeit, zu meinem Lieblings-Eisladen gegangen und habe mir einen Becher voll der süßen, kalten Verführung genehmigt. Als das Gefäß leer gelöffelt war, wollte ich mir den Mund abwischen und bemerkte, dass ich meine Papiertaschentücher zu Hause vergessen hatte. Ich musste zurück in das Geschäft, um mir eine Papierserviette geben zu lassen. Dann erinnerte ich mich daran, dass meine Großmutter ständig ein parfümiertes Taschentuch unter dem Ärmel am Handgelenk trug und mein Vater immer peinlich darauf achtete, dass er sich morgens ein frisches Taschentuch in die Hosentasche steckte. Keinem von den beiden wäre mein Fehlendes-Taschentuch-Schicksal am Eissalon widerfahren! Immerhin wurde ich durch diese kleine Begebenheit dazu motiviert, mich mit dem „Kulturgut Taschentuch“ und seiner Geschichte zu beschäftigen.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die Kultur des Taschentuchs

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China: einst kulturelles Vorbild, später Plagiator und heute Weltmacht

Der Chinesische Turm in München, 1895 (Foto: Wikimedia)

In den Nachrichten erfahren wir beinahe täglich von der neuen Großmacht China, die sich aufmacht, als technologischer Innovator die Vereinigten Staaten zu überholen. In Bereichen wie Telekommunikation und Künstlicher Intelligenz scheint dies schon geschehen zu sein. Das weckt Ängste in den westlichen Gesellschaften vor dem schleichenden Machtzuwachs der autokratisch regierten sog. Volksrepublik China. Einer der häufig angewandten Abwehrmechanismen ist die Diffamierung Chinas als „Kopier-Wirtschaft“, d.h. China soll ein Meister der Industrie-Spionage und praktischen Anwendung der dadurch gewonnenen Erkenntnisse sein. Da war sicher einmal etwas daran, allerdings muss man das Perfekt in diesem Satz deutlich betonen. China ist heute außerordentlich innovativ, wie die zunehmende Zahl an Patenten und der weltweite Export-Erfolg seiner Waren zeigen. Das „Kleinmachen“ chinesischer Innovationskraft ist zu einem großen Teil aus einem Gefühl des Neides geboren und dies hat mich veranlasst, die Geschichte der kulturellen Beziehungen zwischen China und Europa etwas näher zu betrachten.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: China: einst kulturelles Vorbild, später Plagiator und heute Weltmacht

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Feuerwerke zur Vertreibung böser Geister?

Feuerwerk (Foto: Pixabay)

Wie jedes Jahr wurde auch kürzlich wieder vor Silvester die Diskussion über ein Verbot für Feuerwerke und Böller aller Art diskutiert. Die progressiven Niederlande gelten dabei für viele als Vorbild: ab 2026/27 darf das Neue Jahr nicht mehr mit einem Feuerwerk begrüßt werden. Sicherheitsbedenken werden als Grund dafür angeführt und das Parlament, die gewählte Volksvertretung hat es abgenickt! In der letzten Nacht des vergangenen Jahres habe ich das mitternächtliche Feuerwerk von der Terrasse unserer Wohnung im Westend erlebt und war wirklich begeistert von dem grandiosen Himmelsschauspiel aus bewegtem Licht und Farben. Und das wollen einige Mitbürger abschaffen? In der Geschichte müssen wir über 2000 Jahre zurückgehen, um die Erfindung von Knallkörpern aufzuspüren. Etwa zwei Jahrhunderte vor dem Beginn unserer Zeitrechnung wurden in China Bambusstangen ins offene Feuer geworfen. Die entstehende Hitze innerhalb ihrer Hohlräume ließ die Stücke mit einem lauten Knall explodieren. Man tat dies mit einer ganz speziellen Absicht, nämlich die bösen Geister zu vertreiben. Erst die Entdeckung des sog. „Schwarzpulvers“ in einer chinesischen Alchemisten-Küche (ca. 600–900 n. Chr.)  – einer Mischung aus Salpeter, Schwefel und Holzkohle – ermöglichte die Herstellung von Feuerwerkskörpern im heutigen Sinne. In den Anfängen wurde das Pulver auch in Bambusrohre gefüllt und gezündet, gleichzeitig wurde die Anwendung der Feuerspektakel um die Ehrung des Paares bei Hochzeiten, beim Neujahrsfest und bei verschiedenen anderen, spirituellen Zeremonien, erweitert. Der tiefe Sinn Glück zu bringen und Dämonen abzuwehren blieb erhalten.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Feuerwerke zur Vertreibung böser Geister?

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