Tränen reinigen das Herz

Auch Kinder kommunizieren durch Tränen (Foto: Pixabay)

„Tränen reinigen das Herz“ schrieb einst Fjodor Dostojewski in „Die Brüder Karamasow“ und wollte damit den Sinn des Weinens beschreiben. Stark empfundene Emotionen können den Menschen zum Vergießen von Tränen bringen. Das emotional verursachte Weinen ist offensichtlich eine ganz typisch menschliche Fähigkeit, die es im Tierreich nicht gibt, obwohl das Organ dafür, die Tränendrüsen, bei sämtlichen Säugern vorhanden ist. Tränen werden, bei allen Spezies physiologisch benötigt, um die Hornhaut vor dem Austrocknen zu schützen und Fremdkörper aus dem Auge zu spülen. Wenn das normalerweise vorhandene Gleichgewicht von Produktion und Abtransport der Tränenflüssigkeit gestört ist, laufen die Augen gleichsam über. Ein Teil der Flüssigkeit kommt dabei auch in die Nasengänge und bewirkt das gleichzeitige „Schnupfen“ und „Schniefen“. Was aber ist der Sinn des emotional motivierten Weinens? Bis zum Beginn der Neuzeit glaubte man fest daran, dass die Tränen eine Gehirnflüssigkeit seien, die starke Gefühle nach Außen ableiten konnte und damit tatsächlich das Herz, als ein Synonym für die Seele, reinigten. Heute kennt man die Bildungsstätte und die Abflusswege der Augenflüssigkeit genau, aber wissenschaftlich immer noch nicht vollständig gelöste Punkte sind die psychologischen und sozialen Mechanismen, die zum Weinen führen.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Tränen reinigen das Herz

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Der Fluch der Adipositas-Keule

Wichtig beim Abnehmen: Das Zentimetermaß (Bild: Pixabay)

In den letzten Wochen und Monaten verursachte ein Medikament immer wieder ein erhebliches Rauschen im Blätterwald, weil es angeblich eine todsichere Waffe gegen Übergewicht sei. Eine dänische Pharmafirma namens Novo Nordisk wurde durch diesen pharmazeutischen Wirkstoff (Semaglutid) gleichsam über Nacht zum wertvollsten Unternehmen Europas. Der ökonomische Durchbruch für Ozempic, so der Handelsname, kam 2022 mit der EU-weiten Zulassung von Semaglutid als Arzneimittel für Patienten mit schwerem Übergewicht. Eigentlich wurde dieser Wirkstoff erfolgreich zur Therapie der Volkskrankheit Diabetes vom Typ 2 entwickelt, aber der Effekt auf den Appetit und das Körpergewicht wurde schon bald erkannt und weiter erforscht. Das vorläufige Endergebnis war die erwähnte Zulassung und es dauerte tatsächlich nicht lange bis Ozempic, oder Wegovy, wie es für die Abnehm-Indikation vom Hersteller genannt wurde, zu einem regelrechten Lifestyle-Medikament wurde. Nachdem sich auch Hollywood-Stars dafür begeistert hatten, haben Millionen übergewichtige Nicht-Diabetiker versucht, ein Rezept zu bekommen.

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Omas Küche und Sterne-Gastronomie

Amuse Gueule. Ein essbares Kunstwerk als Appetitanreger

In meiner Nachkriegskindheit war die Gastrosophie in Deutschland nahe ihrem Nullpunkt. Es schien mir damals, als wären die Rohrnudeln meiner Großmutter das ultimative Gaumenerlebnis und die Wollwürste mit Sauerkraut meiner Mutter das Ergebnis einer Sterne-Küche. Trotz des aus heutiger Sicht eher bescheidenen Speisen-Sortiments in meinen Kinderjahren wurde aus mir ein fanatischer Liebhaber guten Essens (und Trinkens!), also eine Art von „Feinschmecker“. Mir ist längst klar, dass der Beschönigung der Kochkunst meiner direkten Vorfahren eine äußerst nostalgische Emotion innewohnt, der vermutlich jede Berechtigung abgesprochen werden muss. In kaum einem anderen Lebensbereich hat sich in den letzten Jahrzehnten so viel verändert wie bei unseren Essgewohnheiten. Auf meinem 30-minütigen Schulweg durch die Straßen von Bogenhausen in München kam ich an einem Milchladen, einer Kolonialwarenhandlung, zwei Bäckereien, einer Metzgerei und einem Obst- und Gemüsehandel vorbei. Als Hausfrau wurde meine Mutter, wohl in Ehrerbietung für meinen Vater, von der Verkäuferin hinter der Ladentheke „Frau Doktor“ genannt, obwohl sie nie eine Universität betreten hatte.  Aber die Frau Doktor war eine gute Kundin all dieser Geschäfte, denn sie kaufte dort praktisch alle Nahrungsmittel für unsere tägliche Verpflegung. Heute sieht es in dieser Gegend vermutlich nicht anders aus als in den Wohngebieten aller deutschen Großstädte: Ein oder zwei Läden von je einer Supermarktkette und eine Filiale einer Großbäckerei erfüllen die kulinarischen Wünsche der Anwohner.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Omas Küche und Sterne-Gastronomie

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Arkadien – das (für immer?) verlorene Paradies

Die Amalienburg (Foto: bjs-1 bei Wikipedia)

In der Landschaft Arkadiens gibt es zeitlose Ruhe, die von goldenem Licht durchstrahlt und von Hirten mit ihren Schafen bewohnt wird.  In dieser beschaulichen Idylle herrscht Frieden – wir befinden uns offensichtlich in einem Vorraum des Paradieses. Seit der Antike nennt sich ein bergiger Landstrich in der Mitte des Peloponnes „Arkadien“. Auf seinem kargen und spärlich bewachsenen Boden lebten vorwiegend Schafhirten, die wegen der geografischen Abgeschlossenheit ihrer Region lange von äußeren Einflüssen verschont geblieben sind. Die griechische Mythologie machte aus diesem isolierten Land jenes harmonische Gefilde mit seiner unberührten Natur, welches in der europäischen Kunst und Literatur bis heute als Sehnsuchtsort für ein unbeschwertes Leben ohne soziale Zwänge fortlebt. Der Gott Pan herrschte hier mit seiner Flöte über Nymphen, Hirten, die Tiere und die verschiedenen Naturgeister der Wildnis. Das mythische Land galt als verlorenes Paradies und wurde zu einem kulturellen Symbol für glückliches Leben. Es ist bis heute verknüpft mit dem Werk des antiken Dichters Theiokritos (ca. 270 v. Chr.), der aus dem arkadischen Geist die bukolische Poesie erschaffen hatte. Die altgriechische Bukolik (Hirtendichtung) wurde zu einer künstlerischen, und insbesondere literarischen, Gattung im 18. und 19. Jahrhundert in ganz Europa. Auch die Architektur der Königs- und Fürstenhäuser wurde durch diese geistige Strömung stark beeinflusst. Die Herrschenden wollten sich ihr persönliches Arkadien mit dem Bau von Jagd- und Lustschlössern verwirklichen. Das Münchener Schlösschen Amalienburg wurde vom Architekten François de Cuvilliés (1695 – 1768) für den bayerischen Kurfürsten Karl Albrecht (1726 – 1745)  im Park von Nymphenburg erbaut und ist ein außerordentlich reizvoller Prototyp seiner Art.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Arkadien – das (für immer?) verlorene Paradies

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Eine Hommage an die großen Pianistinnen

Franz von Lenbach: Clara Schumann (Pastell 1878)

In meinem Bewusstsein ist Clara Haskil (1895 – 1960) die erste Frau, deren Klavierspiel mich mitgerissen hatte.  In meiner frühen Schallplattensammlung gab es viele Klavierkonzerte von Mozart, die von ihr gespielt wurden. Ich erinnere mich an die behagliche Wärme und bezaubernde Melancholie in den Klängen des großen Meisters aus Salzburg, die mir von dieser begnadeten Pianistin vermittelt wurden.  Haskil war eine in Bukarest geborene, sephardisch-rumänische Pianistin, die sich bereits früh einen Namen als Interpretin Mozarts machte und sie galt später als eine der führenden Pianistinnen ihrer Zeit. Neben ihrem Spiel der Musik Mozarts war sie auch eine großartige Interpretin Beethoven‘ und Schumann’scher Klaviermusik. In den ersten Jahren meiner Musikbegeisterung  verleitete mich die Liebe zu Clara Haskils Klavierspiel zu der Annahme, dass Frauen eine ganz besondere Begabung für Klaviermusik haben müssten und meine spätere Bewunderung von Martha Argerich, Alicia de Larrocha, Hélène Grimaud,  Khatia Buniatishvili und Beatrice Rana scheinen diese Hypothese zu stützen.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Eine Hommage an die großen Pianistinnen

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